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Kinder ins Bett bringen & schlafen – unsere 1000 Wege

Kinder Ins Bett Bringen & Schlafen – Unsere 1000 Wege
Kinder ins Bett bringen & schlafen - unsere 1000 Wege

Hallöchen… Wieder einmal folgt ein Beitrag aus unserer Rubrik „Aufgeschnappt“… Ein ständig aufkeimendes Thema ist sicherlich das „ Kinder ins Bett bringen “ & „Schlafen“. Auch hier gibt es 1000 Wege und Möglichkeiten, wie man dies vollziehen und angehen kann und wie die entsprechenden Kinder damit umgehen, es annehmen oder gar vorgeben. Einige Eltern legen Ihre Kinder immer um „Punkt um“, sind auch sonst in Ihrem Alltag extrem strukturiert, überlassen nichts dem Zufall, haben für alles feste Zeiten und Regeln. Andere wiederum sind sehr „Laissez-faire“ und haben keine klaren Regeln, Rituale oder Strukturen. Sie entscheiden alles völlig spontan, lassen Ihr Kind auch um 17:30 Uhr nochmal für ein Stündchen ruhen und wundern sich dann mehr oder weniger, dass Ihr Schätzchen abends nicht in den Schlaf findet.

Rituale in Bezug auf „ Kinder ins Bett bringen 

Wir persönlich versuchen einen ausgewogenen Mix hinzubekommen… Grundsätzlich haben wir schon Struktur in unserem Ablauf – allerdings bricht hier keine Welt zusammen, wenn die „Zu-Bett-geh-Zeit“ mal um eine viertel – bis halbe Stunde variiert. Was uns allerdings „heilig“ ist, sind unsere Rituale in Bezug auf „das Kinder betten“. Ganz viel Wert legen wir darauf, dass die Kinder einen schönen Tagesabschluss erleben. Damit meinen wir zum Beispiel, dass die Kinder eine gewisse „Ruhe“ vermittelt bekommen – wir bemühen uns, Frau Brausel und Herrn Müppi nie gestresst & genervt einfach nur „abzufertigen“.

Unser Abendritual – unsere 1000 Wege

Das Programm startet bei uns damit, dass wir alle gemeinsam die obere Etage betreten. Wir biegen ab ins Badezimmer – dort startet das minimal „Beautyprogramm“ für die Nacht. Ein kleiner Toilettengang bei Frau Brausel, Zähneputzen und Waschen natürlich dann für beide Kids. In dieser Etage befinden sich auch die beiden liebevoll eingerichteten Kinderzimmer. Diese werden betreten, wir lassen die Rollos runter und machen ein gemütliches Licht an. Beide Kinder haben das Glück und sind stolze Besitzer einer Projektions-Lampe, welche sich gemächlich dreht und eine Art „Sternenhimmel“ an die Decke und Wände wirft.

In der Advents- und Weihnachtszeit hat Frau Brausel einen ganz einfachen, kleinen, roten Wippbogen auf Ihrer Puppenküche stehen – dieser stimmt sie auch in besonderer Art und Weise auf das Abendritual ein. Bei „gemütlichem“ Licht, werden die beiden Zaubermäuschen dann weiter auf die Nacht vorbereitet – Herr Müppi bekommt eine frische Windel umgeschnallt, beide steigen in Ihre Schlafanzüge, Herr Müppi verkrümelt sich in seinen Schlafsack, Frau Brausel entledigt sich gegebenenfalls noch ihrem Haarschmuck, Ihrer Krone und selbsthergestellten Holz-Perlen-Schmuck.

Unsere Kinder fiebern der Lesestunde entgegen

Da Herr Müppi etwas gehandicapt ist aufgrund der Schlafsack-Situation, nimmt Frau Brausel die Reise auf sich und begibt sich zu ihm ins Zimmer. Dort hocken nun beide in seinem Bett und warten gespannt darauf, dass einer von uns zu dem Regel schreitet, welches voller, zauberhafter Kinder- und Bilderbücher steht. Manchmal überraschen wir die Kinder, oder sie äußern vorab einen Wunsch – je nach Jahreszeit, lesen wir etwas winterliches, weihnachtliches, österliches… es gibt Geschichten zum Thema Nikolaus, Christkind, Osterhase und Co. –

Natürlich besitzen wir auch Unmengen an neutralen Büchern. Gute-Nacht-Geschichten, Geschichten über Monster, Klassiker wie zum Beispiel „Raupe Nimmersatt“… Frau Brausel hütet einen mittlerweile beachtlichen Schatz an Conni-Büchern. Auch haben wir Wimmelbücher, oder Bücher zu den Themen: Autos, Baustelle, Feuerwehr, Polizei, Zoo, Kindergarten und viele mehr. Die Kinder fiebern diesem Ritual und Event regelrecht entgegen. Sie lieben Ihre „Lesestunde“ mit Papa oder Mama am Abend. Die Kinder hocken voller Erwartung in Herrn Müppis Bettchen und hören gespannt zu. Sie lauschen jedem Wort, hin- und wieder nehmen sie bei gut bekannten Büchern die Pointe vorweg, sie schauen die schönen Bilder zu den Geschichten an, entdecken in der Geschichte vorgetragene Sachen, benennen diese eifrig oder hören einfach nur konzentriert und fasziniert hin.

Der Rest vom Zu-Bett-geh-Ritual

Nach dem gemeinsamen Vorlesen verabschiedet sich Frau Brausel liebevoll von Herrn Müppi und kuschelt sich in ihr eigenes, großes Bett. In diesem sitzen gefühlt 20 Kuscheltiere – und dies ist nur ein Bruchteil von der gesamten Mannschaft, welche sie beherbergt. Einer von uns begleitet Frau Brausel, der andere bleibt bei Herrn Müppi – hier versuchen wir Abend für Abend zu tauschen, so dass jeder den Rest vom Zu-Bett-geh-Ritual mal mit Mama und mal mit Papa erlebt/vollzieht. Wir persönlich beten mit oder für unsere Kinder – jeden Abend das gleiche kurze Gebet. „Halte zu mir guter Gott – heut und jeden Tag – halt die Hände über mich, was auch kommen mag – Amen

Danach löschen wir das Licht und starten eine alters entsprechende Kinder-Hörspiel-CD. Über diese Tour schlummern die Kinder rasch, ausgeglichen und wir denken, sehr zufrieden ein.

Ständige Diskussionen – das Zu-Bett-gehen ist der Horror…

Bei uns ist es wirklich häufig so, dass die Kinder von sich aus ankommen – sagen wir um 19:30 Uhr und von sich aus fragen „Dürfen wir ins Bett? Können wir jetzt hoch und Geschichte lesen und danach noch die CD XY hören? Och bitte!?“ Bekannte, Familie und Freunde, die dies hier miterleben, staunen Bauklötze und werden mitunter etwas neidisch… Was habt Ihr es gut – Wahnsinn, dass die freiwillig und so gerne ins Bett wollen… Wir haben mit unseren ständige Diskussionen – das Zu-Bett-gehen ist der Horror… All das können wir über unsere Kinder und das Thema „Kinder betten“ & „Schlafen“ absolut nicht behaupten.

Allerdings haben wir ganz konsequent diesen Weg gewählt, haben schon ganz früh damit begonnen, ein regelrechtes Ritual daraus zu machen, Ruhe reinzubringen, Vorzulesen, Gemütlichkeit zu schaffen und das jeden Abend, egal wie lustlos und platt, wie müde und unmotiviert wir so manchen Abend selber waren. Und ganz ehrlich – in unserem Fall zahlt es sich gerade so richtig aus. Wir können mit wenigen Ausnahmen (zum Beispiel Kind krank – dann schlafen auch unsere nicht immer nach Plan 😊) jeden Abend gemeinsam auf der Couch verbringen und einen Film ab 20:15 Uhr anschauen, oder gemütlich auf dem Balkon hocken und den lauen Sommerabend ausklingen lassen, oder insbesondere im Herbst und Winter statt Fernzusehen einen Spieleabend zu zelebrieren.

Herrn Müppis Mittagsschlaf

Übrigens ist mir auch Herrn Müppis Mittagsschlaf noch ein bisschen „heilig“. Auch da lege ich großen Wert drauf, dass er diesen noch macht. Ich kann leider zwischen 12:00 und 15:00 Uhr nirgendwo anders sein, als Zuhause. Ist aber nicht schlimm, denn dafür habe ich ein entspanntes und gut gelauntes Kind nach dem kleinen Schläfchen und umso schöner sind meine Treffen, Termine, Verabredungen ab 15:00 Uhr… Für den Mittagsschlaf bekommt er lediglich sein bequemes Outfit an, Rollo stelle ich so ein, dass durch ein paar Schlitze noch etwas Tageslicht in den Raum eintritt (um eine Abgrenzung zur Nacht herzustellen) und starte eine geeignete Hörspiel-CD.

Unser Übernachtungsgäste waren „baff“ und wir auch….

Übrigens hatten wir auch schon Übernachtungsgäste, welche völlig „baff“ waren, dass man am Abend noch etwas Schönes vorgelesen bekommt, kurz betet, das Mama und Papa anwesend sind, dass alles geordnet und ruhig abläuft. Uns hat es einerseits stolz gemacht die folgenden Sätze zu hören, andererseits aber auch ganz schön traurig gestimmt, denn hat es nicht jedes Kind verdient, friedlich gebettet zu werden? „Das ist aber gemütlich mit dem dunklen Licht – sowas habe ich nicht“ – „Wow, ihr habt aber viele tolle Bücher – ich wünschte mit mir würde das auch mal jemand so machen“ „Geht ihr immer beide mit hoch und legt die Kinder – hat meine Freundin Frau Brausel es aber gut – mein Papa sagt meist nur gute Nacht und Mama legt mich und die hat dann keine Lust noch zu lesen, weil Papa auch schon unten auf dem Sofa liegt und die dann auch lieber Fernseh gucken will“ …

Jedes Kind hat es verdient, dass man sich Zeit nimmt

Die Antwort auf die letzte Frage lautet für uns definitiv JA!!! Jedes Kind hat es verdient, dass man sich Zeit nimmt, egal wie stressig der Tag gerade war, wie platt, lustlos und müde man gerade ist. Schenkt Euren Kindern diese paar Minuten Aufmerksamkeit am Abend – Lest Ihnen vor, lasst den Tag Revue passieren, schenkt Ihnen Gehör oder erzählt Ihnen selbst, was Ihr genossen habt und als toll empfunden habt, wenn Ihr der Sache etwas abgewinnen könnt, betet für oder mit Euren Kindern, lobt sie, lasst sie wissen, wie wertvoll und großartig sie für Euch sind, nehmt sie ernst und kümmert Euch – denn oftmals erntet man das, was man selbst säht.

Und noch etwas – beendet den Tag bitte nie im Streit – wir sind uns da Gott sei Dank als Eltern einig und denken es gibt für eine kleine Kinderseele nichts Furchtbareres, als wenn sie mit diesem miesen Gefühl, diesen schlechten Gedanken, diesem Druck und dieser enorm unangenehmen Belastung, dieser Distanz und Wut, diesem Liebesentzug in die Nacht sinkt. Klar, ärgert man sich schon mal über irgendwelche Sachen, man schimpft und zeigt Regeln auf – setzt Grenzen – auch dies gehört dazu und ist wichtig und richtig! Aber um alles in der Welt – vertragt Euch, klärt Dinge, löst den Streit vor dem Schlafen auf! Nur so bleibt genügend Raum und Platz für schöne Träume und gute Gedanken.

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