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Kindergeld & Kinderzuschlag – Das steht Euch zu

Kindergeld & Kinderzuschlag – Das Steht Euch Zu
Kindergeld - Das steht Euch zu

Kindergeld ist eine staatliche Leistung an Erziehungsberechtigte, die von der Anzahl und dem Alter der Kinder abhängig ist. Das Kindergeld dient als Sozialleistung und ist damit Teil des Familienleistungsausgleichs. Es ist als Steuervergütung der verfassungsrechtlich garantierten steuerlichen Freistellung des Existenzminimums des Kindes zu verstehen. Somit dient es der Grundversorgung der in Deutschland lebenden Kinder. Der Anspruch auf das Kindergeld entsteht vom Geburtsmonat an automatisch. Allerdings setzt es einen schriftlichen Antrag voraus.

Kindergeld bekommt Ihr zunächst nur für Kinder unter 18 Jahren, die Ihr regelmäßig in Eurem Haushalt versorgt. Zudem ist das Kindergeld auch für Kinder über 18 Jahren möglich. Wer Kindergeld bekommt und nur über ein geringes Einkommen verfügt, der hat unter Umständen noch einen Anspruch auf einen Kinderzuschlag. In unserem Kindergeld Ratgeber informieren wir Euch über die wichtigsten Punkte zu diesen beiden Leistungen.

Wer hat Anspruch auf Kindergeld?

Anspruch auf Kindergeld haben in der Regel nur die Eltern. Falls es den Eltern nicht möglich ist, sich um das Kind zu kümmern, gibt es für Großeltern, Adoptiv- oder Pflegeeltern einen Anspruch auf Elterngeld, wenn das Kind im Haushalt lebt und versorgt wird. Grundsätzlich kann immer nur eine Person das Kindergeld für ein Kind beantragen und erhalten. Es ist sogar möglich, dass das Kindergeld sofort an ein Kind gezahlt wird. Insbesondere dann, wenn das Kind nicht mehr zuhause lebt, sich selbst versorgt und keinen Unterhalt von den Eltern bekommt.

Das Kindergeld wird regulär für alle Kinder bis zum 18. Lebensjahr und der Voraussetzung gezahlt, dass der Wohnort in Deutschland, EU, Norwegen, Liechtenstein, Island oder Schweiz liegt. Des Weiteren wird das Geld natürlich nur für Kinder, Stiefkinder, Enkelkinder und Pflegekinder, die im eigenen Haushalt leben, gezahlt. Außerdem erhaltet Ihr Kindergeld für alle leiblichen und adoptierten Kinder. Dabei ist es unabhängig davon, wo die Kinder leben.

Gibt es Kindergeld für Kinder zwischen dem 18. und 25. Lebensjahr?

Regulär wird Kindergeld nur bis zum 18. Lebensjahr gezahlt. Durch Ausnahmeregelungen ist es möglich, dass Kindergeld bis zum 25. Lebensjahr ausgezahlt wird. Der Kindergeldanspruch ab dem 18. Lebensjahr ist dann berechtigt, wenn erstmals eine Schul- oder Berufsausbildung, ein Studium oder Praktika absolviert wird oder eine zweite Ausbildung angestrebt wird. Des Weiteren auch dann, wenn kein Ausbildungsplatz zur Verfügung steht. Der Nachweis muss dann natürlich über das Jobcenter oder die Arbeitsagentur erfolgen. Auch bei einer Arbeitslosigkeit nach der Ausbildung kann Kindergeld gezahlt werden. Aber nur dann, wenn das Kind arbeitssuchend gemeldet ist und noch nicht das 21. Lebensjahr vollendet hat. Weiterhin wird das Kindergeld gezahlt, wenn das Kind einen Bundesfreiwilligendienst oder ähnlichen Dienst ableistet, sich in einer Übergangsphase zwischen zwei Ausbildungsabschnitten befindet (für höchstens vier Monate), und wenn das Kind wegen einer Behinderung nicht in der Lage ist, sich selbst zu unterhalten.

Wird Kindergeld für über 25. Jährige gezahlt?

Grundsätzlich ohne Altersbegrenzung wird das Kindergeld für Kinder mit Behinderungen gezahlt. Dabei spielt das Alter keine Rolle. Die Behinderung muss dabei allerdings vor dem 25. Lebensjahr eingetreten sein und das Kind muss außerstande sein, sich selbst zu versorgen.

Wie viel Kindergeld gibt es?

Die Höhe des Kindergeldes richtet sich nach Anzahl der Kinder und ist dementsprechend gestaffelt. Für das Jahr 2017 wird für das erste und zweite Kind ein Betrag von je 192 Euro monatlich gewährt. Für ein drittes Kind erhält man 198 Euro Kindergeld.  Ab dem vierten und für jedes weitere Kind stehen einem 223 Euro zu. Ab dem 01.01.2018 ist eine Erhöhung von je 2 Euro geplant.

Kindergeld ab dem 01.01.2018

  • 1. und 2. Kind je 194 Euro
  • 3. Kind 200 Euro
  • 4. Kind und alle weiteren Kinder 225 Euro
Wie viel Kindergeld gibt es?

Wie viel Kindergeld gibt es?

Bis wann muss ich das Kindergeld beantragen?

Der Kindergeldanspruch besteht ab Geburt des Kindes. Da aber ein Antrag auf Auszahlung des Betrages gestellt werden muss, besteht natürlich die Möglichkeit, dass der Anspruch verjährt. Natürlich verjährt nicht der gesamte Anspruch, aber Ihr bekommt keine rückwirkende Zahlung. Der Anspruch auf eine rückwirkende Auszahlung des Kindergeldes endet vier Jahre nach Entstehung des Anspruchs und ist immer bezogen auf das Jahr. An dieser Stelle wollen wir Euch zur Erläuterung ein Beispiel präsentieren. Wenn Euer Kind am 27.04.2012 geboren ist, dann könnt Ihr das Kindergeld bis zum 31.12.2016 beantragen und bekommt den kompletten Anspruch nachträglich ausbezahlt. Solltet Ihr erst im Januar 2017 den Antrag stellen, dann bekommt Ihr für das gesamte Jahr 2012 kein Kindergeld rückwirkend ausgezahlt.

Hinweis: Es gilt bei der Auszahlung des Kindergeldes immer der Geburtsmonat. Wenn das Kind zum Beispiel am 31.03. geboren wird, erhalten die Erziehungsberechtigten für den vollen Monat März Kindergeld.

Was sind Zählkinder und warum wird der Kindergeldanspruch erhöht?

Wenn Ihr mehr als zwei Kinder habt und mindestens eines davon nicht bei Euch lebt und dafür eine andere Person (zum Beispiel Ex-Frau) Kindergeld bekommt, wird es spannend. Durch Eure Kinder, für die eine andere Person Kindergeld bezieht, ist es möglich den Kindergeldanspruch leicht zu erhöhen. Genau dann spricht man von „Zählkindern“. Rechnet aber bitte jetzt nicht mit einer starken Erhöhung des Kindergeldanspruchs. Im Grunde genommen geht es um die Anzahl der Kinder, welche bei dem Kindergeldantrag angerechnet werden.

Anbei ein Beispiel:

Ein Vater hat aus einer früheren Beziehung ein Kind, welches bei der Mutter wohnt und der Vater kein Kindergeld bezieht. Mit der neuen Frau hat der Vater zwei gemeinsame Kinder, welche mit im Haushalt leben und versorgt werden. Wenn die Mutter der zwei Kinder einen Kindergeldantrag stellen würde, dann würde die Mutter für beide Kinder je 192 Euro (Stand ab 01.01.2017) bekommen. Wenn aber jetzt der Vater den Kindergeldantrag stellt, würde das Kind aus erster Beziehung mit angerechnet. Der Vater würde für das erste gemeinsame Kind mit der neuen Frau 192 Euro erhalten und für das zweite 198 Euro, da der Vater drei Kinder angerechnet bekommt. Somit hätte der Vater 6 Euro mehr Kindergeldanspruch als die neue Frau. Generell macht es dann natürlich Sinn, dass der Vater das Kindergeld beantragt. 6 Euro mehr pro Monat sind 72 Euro pro Jahr und bei 18 Jahren 1.296 Euro nach aktuellem Stand 2017.

Wo muss der Kindergeldantrag gestellt werden?

Wie schon erläutert, besteht ab Geburt des Kindes ein Anspruch auf Kindergeld bis zum 18. Lebensjahr. Natürlich muss dafür erst ein Antrag gestellt werden, welcher gemäß § 67 EStG schriftlich erfolgen muss. Zuständig sind, bis auf eine Ausnahme, immer die Familienkassen der Bundesländer. Sehr oft sind die Familienkassen bei der Agentur für Arbeit angesiedelt. Der Kindergeldantrag wird mit einer Kopie der Geburtsurkunde eingereicht. Bei Kindergeldanträgen ab dem 01.01.2016 ist zudem zwingend die Steueridentifikationsnummer der Eltern sowie des Kindes notwendig. Auf der Internetseite der Arbeitsagentur könnt Ihr den Kindergeldantrag Online ausfüllen. Die Formulare müssen dann ausgedruckt und unterschrieben werden. Mit den notwendigen Anlagen könnt Ihr den Antrag dann per Post oder per Fax an die zuständige Familienkasse senden.

Ausnahme Kindergeldantrag bei Beamten und im öffentlichen Dienst

Für alle Beamten und für Beschäftigte im öffentlichen Dienst ist nicht die Familienkasse zuständig, sondern die Vergütungsstelle der Dienstherren. Bei dem jeweiligen Dienstherren muss der Antrag auf Kindergeld gestellt werden. Die Auszahlung erfolgt in diesem Fall sofort mit den monatlichen Bezügen.

Kindergeldantrag für Kinder zwischen dem 18. und 25. Lebensjahr

Wenn das Kind über 18 Jahre eine Berufsausbildung oder ein Studium beginnt, kann das Kindergeld weiter gezahlt werden. Dazu muss das Formular „Erklärung zu den Verhältnissen eines über 18 Jahre alten Kindes“ mit den Bescheinigungen wie zum Beispiel Schulbescheinigung, Kopie des Ausbildungsvertrages oder Immatrikulationsbescheinigung eingereicht werden.

Wann und wie wird das Kindergeld ausgezahlt?

Das Kindergeld wird für den kompletten Monat auf das im Antrag angegebene Konto ausgezahlt. Mit Eingang des Antrags wird eine persönliche Kindergeldnummer angelegt. An der Kindergeldnummer könnt Ihr erkennen, wann die Zahlung geleistet wird. Ist die letzte Ziffer eine 0 erfolgt die Zahlung zum Monatsanfang. Bei einer 9 zum Monatsende. Für die Zahlen dazwischen erfolgt die Zahlung irgendwann Mitte des Monats. Bei allen Beamten und für Beschäftigte im öffentlichen Dienst erfolgt die Zahlung sofort über die Auszahlung der monatlichen Bezüge.

Kindergeld für Ausländer, ist das möglich?

Ausländische Staatsangehörige können unter bestimmten Voraussetzungen Kindergeld erhalten. Vorausgesetzt wird, dass es Staatsangehörige der Europäischen Union (EU), des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) oder der Schweiz sind. Alternativ sind Staatsangehörige folgender Staaten ebenfalls als Kindergeldempfänger möglich: Algerien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Marokko, Montenegro, Serbien, Tunesien oder Türkei. Als weitere Voraussetzung ist eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung oder der Bezug von Arbeitslosen- oder Krankengeld. Auch anerkannten Flüchtlingen und Asylberechtigten steht Kindergeld zu.

Was ist der Kinderzuschlag und wer hat Anspruch darauf?

Der Kinderzuschlag bietet Familien mit einem geringen Einkommen eine finanzielle Unterstützung und wird gezahlt für unverheiratete Kinder unter 25 Jahre, welche im Haushalt der Eltern leben. Anspruch auf den Kinderzuschlag habt Ihr, wenn Ihr Kindergeld erhaltet, das Bruttoeinkommen mindestens 900 Euro zusammen oder 600 Euro alleinerziehend beträgt und die Höchsteinkommensgrenze nicht übersteigt. Des Weiteren muss sichergestellt sein, dass inklusive des Kinderzuschlags das Einkommen so hoch ist, dass kein Anspruch auf Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld besteht. Jetzt fragt Ihr Euch bestimmt, wo denn die Höchsteinkommensgrenze liegt. Das kann ich Euch leider pauschal nicht darlegen. Dazu ist eine komplexe Berechnung notwendig.

Der Kinderzuschlag kann bis zu 170 Euro pro Kind betragen und hängt natürlich vom Einkommen ab. Die Bewilligung beträgt normalerweise 6 Monate und kann ab dem Monat der Antragstellung gezahlt werden. Er wird nicht rückwirkend gezahlt.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. Hallo an alle,

    vor 3 Monaten habe ich den Antrag auf Kindergeld bei die Familienkasse gestellt.

    Letzte Woche hat die Familienkasse mir die Kindergeldnummer per Email erteilt.

    Ich weiß es nicht ob meinen Antrag wegen der Kindergeldnummer bewilligt ist???oder abgelehnt.

    Gruß

    srour

  2. Hallo Srour,

    mit Eingang des Antrags wird eine persönliche Kindergeldnummer angelegt. Somit ist durch die Kindergeldnummer noch keine Bewilligung erfolgt. Aber der Antrag läuft bei Dir schon sehr lange. Ich würde an Deiner Stelle bei Deiner zuständigen Familienkasse mit Angabe der Kindergeldnummer nach dem Stand des Antrages fragen.

    Grüße das Papa und Mama Team

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